Warum diese Seite?

Alles ist bereits gesagt, und man kommt[…] mit Neuem zu spät, zitiert Franz Liszt Jean de La Bruyère in seinem Aufsatz Zur Stellung der Künstler, fügt aber hinzu, daß[…] man darum doch keineswegs berechtigt wäre, hieraus den Schluß ziehen zu wollen, daß auch alles gehört und verstanden sei.1

In diesem Sinne soll diese Rubrik mit Texten und Gedanken zur Kunst, Gesellschaft, Politik und Philosophie zum öffentlichen Diskurs beitragen. Da man als klassischer Musiker abseits der Bühne meist wenig zum gesellschaftlichen Diskurs beizutragen hat, soll diese Seite sich dem entgegenstellen und unterschiedliche Aspekte und Phänomene unserer Zeit, welche die Kunst und das Kunstschaffen beeinflusst näher beleuchten. Ich möchte hier nochmals erwähnen, dass jegliche Ansichten immer nur den Zeitpunkt ihrer Entstehung widerspiegeln und selbstredend später vom Verfasser widerrufen werden dürfen, womit einer lebendigen Dialektik nichts im Wege stehen sollte.

Über Musikalität im Film

Der Film ist eine musikalische Kunstform. Und nein, ich spreche hierbei nicht vom Gesamtkunstwerk Film, bei dem auditive wie visuelle Aspekte miteinander kooperieren, sondern nur vom reinen Bild, welches selbst ohne Ton wirkt. Es ist aufgrund seiner schier endlosen Komplexität schwierig, ihn zu einer Kategorie zuzuordnen, und doch ich möchte hier behaupten, dass er grundsätzlich musikalisch ist, und in keiner anderen Eigenschaft primär auftreten kann.

Über den künstlerischen Schaffensprozess in der Avantgarde – 1. Teil: Die Grenze

Die Gegenwartskunst ist in einer Krise. Diese These ist nicht neu, so ist sie doch Kern des Denkens bei den Komponisten und Komponistinnen der Gegenwart. Doch woher stammt diese Einstellung? Um diese Frage zu verstehen, müssen wir den künstlerischen Schaffensprozess verstehen lernen, und die Konsequenzen, welche aus ihm hervorgehen. Ich möchte hiermit versuchen, einen analytischen Blick abseits der desöfteren vorurteilsvoll geführten Debatten auf das Thema zu werfen und dabei nicht auf die üblichen Argumente über Ästhetik eingehen, sondern vom Schaffensprozess aus die Konsequenzen und Entwicklungen im künstlerischen Denken nachvollziehen.

 

 

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